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Kampf dem Katzenelend
Gerlinde Kaldasch, ehem. 1. Vorsitzende des Vereins zum Schutz der Katze e.V. und ehem. Mitglied im Tierschutzbeirat Rheinland-Pfalz

Mit diesem Vorsatz gründeten sich vor Jahrzehnten spezielle Katzenschutzvereine, so auch unserer im Jahre 1978, um sich gezielt gegen das grenzenlose Leid der viel zu vielen ungewollten Katzen einzusetzen.

Auf der einen Seite werden diese Tiere als Schmuse- und Kuscheltiere geliebt und gehätschelt – auf der anderen Seite werden sie abgrundtief gehasst, als Streuner und Vogelausrotter verfolgt, im Laborversuch, zur Fellgewinnung, für satanische Riten, als Würgeschlangenfutter gequält und bestialisch umgebracht; auf dem Lande zum Mäusefangen ausgenutzt, sich aber sonst völlig selbst überlassen (Alte Bauernweisheit: "Für'n Katz gebt mer kei Geld aus; entweder se verreckt oder se begrabbelt sich!")

Das Verhängnis der Katze ist ihre große Fruchtbarkeit, denn jedes weibliche, mit 6 Monaten schon geschlechtsreife Tier kann jährlich bis zu 12 Junge bekommen und so nach 10 Jahren ein Heer von über 80 Millionen Nachkommen verursachen. Davon haben nur 10 bis 20 % der Tiere eine Chance auf ein artgerechtes und/oder behütetes Leben.

Vom Katzenschützer erwartet man im Allgemeinen, dass sie alle irgendwo überzähligen oder störenden Tiere "wegholen", was jedoch völlig unmöglich ist.

Viele verwilderte oder als Wildlinge geborene Katzen, die in den ersten Lebenswochen nicht gezähmt werden konnten, sind bei Menschen kaum zu integrieren; sie können weder in Tierheime verbracht noch an neue Katzenhalter vermittelt werden.

Die wichtigste und somit zweckmäßigste Strategie der Katzenschützer ist daher nur das Vorbeugen einer sinnlosen Vermehrung durch Kastration von Katern und Weibchen!

Dazu sind spezielle Fertigkeiten und eigens entwickelte Gerätschaften wie Lebendfallen, Spezialboxen, Fang- und Pflegegehege für Wildlinge erforderlich sowie Unsummen von Geldmitteln, um Tierärzte zu bezahlen.

Als drittes Standbein zur aktiven Arbeit und den Geldbeschaffungsmaßnahmen kommt noch das Bemühen um wirksame Öffentlichkeitsarbeit zur Verbreitung des Katzenschutzgedankens als Hilfe zur Selbsthilfe bei der Bevölkerung hinzu!

Bei durchschnittlich 400 bis 500 von Vereinsmitgliedern aktiv geleisteten oder durch Zuschüsse aktivierten Kastrationen seit Vereinsbestehen wurde eine in die Zehntausende Anzahl von Tieren, davon mindestens zwei Drittel Weibchen, unfruchtbar machen lassen und somit ein Millionenheer von Nachkommen mit all seinem programmierten Elend verhindert.

Die Wertstellung der Katze hat dadurch merklich zugenommen, wie uns von vielen Tierarztpraxen bestätigt wurde, deren Existenz wir Katzenschützer nicht nur mit aufbauten, sondern stabilisierten!

Die Massenansammlungen herrenloser, verwahrloster Katzen, wie wir sie am Anfang unserer Arbeit überall antrafen, haben - außer auf Bauernhöfen - zwar merklich abgenommen, aber trotzdem gibt es nach wie vor viel zu tun.

Mit jedem neuen ungewollten Katzennachwuchs, mit jeden Aussetzen von Katzen in der Urlaubszeit, mit jedem Verwahrlosenlassen eines ehemals geliebten Haustieres, mit jedem Verwildern eines unkastrierten Weibchens oder Katers beginnt der Wettlauf gegen das Katzenelend von vorn!

Ein Blick in die Tierheime und Katzen-Pflegestellen zeigt: es gibt noch immer viel zu viele Tiere!

Jeder Katzenhalter und jeder Katzenfütterer muss daher bei sich zu Hause mit dem Kampf gegen das Katzenelend beginnen, und die Devise der Katzezschutzvereine lautet weiterhin:

KAMPF DEM KATZENELEND!